Festkonzert zum 75. Chorgeburtstag begeisterte Gäste aus nah und fern

An einem Mittwochabend im Herbst 1951 trafen sich in Mahlow erstmals sechs Frauen zum gemeinsamen Singen. Ein dreiviertel Jahrhundert später, am 13. September 2026, feierte der Frauenchor Mahlow 1951 e.V. sein 75-jähres Bestehen mit einem fulminanten Festkonzert im Vereinshaus Mahlow.

Unter den Zuhörern waren nicht nur der Präsident des Brandenburgischen Chorverbandes Andrè Haase, sondern auch Bürgermeister Michael Schwuchow mit einer 20köpfigen Delegation aus der litauischen Partnerstadt Kretinga. Als Gast präsentierte der befreundete Gemischte Chor Mahlow 1912 ein stimmungsvolles Geburtstagsständchen.

Im ersten Konzertteil wurden die 75 Chorjahre in Wort, Bild und Ton vorgestellt. Für jeden der fünf langjährigen Chorleiter sang der Chor ein Lied, das dieser in das Repertoire eingebracht hatte. Für den 1. Chormeister, den Berliner Reinhold Sperling, erklang der noch heute nach jeder Probe gesungene Sängerspruch „Im Sange rein, im Worte wahr, dem Chore treu für immerdar“. Sperling war Musiklehrer und auch Chorleiter vom Lichtenrader und Mahlower Männerchor. Ab Ende 1952 konnte er aber wegen Schwierigkeiten an der Grenze nicht mehr regelmäßig nach Mahlow kommen.

Den Taktstock übernahm 1953 für die folgenden 35 Jahre der Blankenfelder Musiklehrer Erwin Griesbach, der zuvor schon unter Reinhold Sperling im Mahlower Männerchor gesungen hatte. Auftritte, Feste und Chorproben fanden im Gasthaus Florapark statt, das leider nach der Wende abgerissen wurde. Erwin trat mit seinen drei Chören und seinem Akkordeonorchester in größter Besetzung auch immer wieder in Berlin auf, so im Titania-Palast in Steglitz und im Prater in der Kastanienallee. Für ihn sangen wir die Hymne „Ihr glücklichen Augen“ aus Faust 2, die er für den Frauenchor eingerichtet hatte.

Als Chorleiterin folgte 1989 die Kunstpädagogin Erika Thiele. Mit ihr traten wir 1996 auf der Berliner Funkausstellung auf und präsentierten dort – gemeinsam mit Ministerpräsident Manfred Stolpe und dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen – die von der Mahlowerin Gertrud Landeck geschriebene Hymne „Berlin und Brandenburg“. Zur Fusion der beiden Länder kam es nicht, aber für den Chor war dieser Fernsehauftritt ein großes Erlebnis. Mit Erika gastierten wir in vielen Orten Brandenburgs, aber auch in Polen und Tschechien. Zu ihren Ehren erklang im Konzert „Ein kleines Lied“ von Marie von Ebner-Eschenbach, das noch heute zu unseren Lieblingsliedern gehört.

Vierter Chorleiter wurde 1999 Matthias Deblitz, der für uns die „Lieder aus der Küche“ aus der Taufe hob. Die gefühlvollen Lieder der Mamsells mit den weißen Schürzen über Lust, Liebe, Mord und Totschlag wurden zum Konzertrenner auf den Stufen des Dresdner Zwingers, auf der Buga in Rostock, auf Schloss Moritzburg und natürlich in Mahlow. Eine Kostprobe im Konzert war „Sabinchen war ein Frauenzimmer, dabei gar tugendhaft“.

Seit 2007 liegt der gesangliche Erfolg in den Händen von Opernsänger und Gesangslehrer Hans-Joachim Straub. Gemäß seiner Profession ermuntert er uns immer wieder zum Schauspielern. Wir wagten uns an Szenen aus „Zar und Zimmermann“ und „Anatevka“. Er selbst übernahm Soloparts, mit denen er früher auf Opernbühnen geglänzt hatte. Beim Festkonzert bot er zusammen mit dem Chor das oft gewünschte Lied „Der Bajazzo“.

Vor der Pause – wir waren ja in der Gegenwart angekommen – zeigten fünf Sängerinnen in einem fröhlichen Sketch „was unser Chor sonst noch so tut“. In Pantomime und Reimen stellten sie sich als gestresste Notenwartin, Schatzmeisterin, Presseredakteurin, Kostümverantwortliche und Konzertsaal-Ausstatterin vor. Letztere verkündete: „Es soll nichts kosten, aber wir dekorieren jeden Pfosten!“
 
Im zweiten Teil erfreute uns der Gemische Chor Mahlow mit Kompositionen von Udo Jürgens. Das Festkonzert beendeten wir mit einigen unserer absoluten Lieblingslieder. Den krönenden Abschluss bildete das Dschungellied „Der Löwe schläft heut Nacht“, gesungen von beiden Chören und begeistert beklatscht vom Publikum.